Laufen für Menschlichkeit

Ökumenische Fachstelle für Flüchtlingshilfe zeigt Flagge beim Igersheimer Firmenlauf – Banner der Solidarität erinnert an mehr Menschlichkeit in Asylfragen – Diakonie-Präsident Lilie: „unsäglicher Tabubruch“ von Horst Seehofer

Laufen für mehr Menschlichkeit bei Asylfragen: Für die Ökumenische Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis sind drei Läufer*innen gestartet.
Von links: Alex Schuck (Diakonisches Werk), Meike Kulike (Caritasverband), Ragna Zehender (Diakonisches Werk). Foto: Diakonisches Werk.

Tauberbischofsheim/Igersheim. Beim Firmenlauf am Donnerstag, 12. Juli 2018 in Igersheim ist eine Startergruppe besonders ins Auge gestochen: das Team der Ökumenischen Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis zeigte Flagge gegen die Neuausrichtung in der Asylpolitik und die verbalen Entgleisungen von Bundesinnenminister Horst Seehofer. „Man muss nicht einmal besonders politisch interessiert sein, sondern nur ein anständiger Mensch, damit einem diese unmöglichen Aussagen und sein Verhalten sauer aufstoßen“, bedauerte Sozialpädagoge und Läufer Alex Schuck (Diakonisches Werk im Main-Tauber-Kreis). „Da stellt sich die Frage mit dem Umgang von Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft, wenn die gesamte Diskussion in der Asylpolitik nur von Zahlen, Statistiken und der Angst vor rechtspopulistischen Meinungsträgern gesteuert wird.“ Mit einem überdimensionalen Banner auf dem Hashtags wie „Menschlichkeit“, „Solidarität“, „Nächstenliebe“ oder „Zivilcourage“ zu lesen waren, erinnerte das Team die Besucher an unantastbare Grundwerte.
Auch Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, kritisiert die Äußerung von Bundesinnenminister Horst Seehofer, bei der er seinen 69. Geburtstag mit der Zahl von Abschiebungen an diesem Tag in Zusammenhang bringt. „Seehofer begeht einen unsäglichen Tabubruch. Diese Äußerung ist der Sprache eines deutschen Innenministers unwürdig“, sagt der Diakoniepräsident.

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