Diakonisches Werk berät bei Krisen

Beratungsarbeit nicht persönlich, aber verlässlich – Offenes Ohr für Probleme und Sorgen – Hilfe bei Kummer per Telefon und Internet

 

Stehen bei Krisen telefonisch oder per E-Mail Seite an Seite mit Ratsuchenden: Berater Daniel Gehrlein (im Bild) und seine Kolleginnen und Kollegen haben ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen.

Tauberbischofsheim. Obwohl die meisten Läden geschlossen haben und das öffentliche Leben ziemlich stillsteht: Die Beratungsstellenmitarbeiter*innen des Diakonischen Werks sind weiter für die Menschen im Main-Tauber-Kreis da. In Wertheim, Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim bleiben die Einrichtungen zwar weitestgehend für den Publikumsverkehr geschlossen, dennoch hören die Berater*innen zu, schauen sie hin, helfen, wo sie können: Neben allgemeiner Beratung stehen die Frauen und Männer für Anliegen und Sorgen rund um finanzielle Engpässe zur Verfügung. Gerne nehmen die Kolleg*innen Anrufe entgegen, wenn Konflikte mit Kindern oder Partner*innen unlösbar scheinen oder Menschen verzweifelt sind, weil sie Ängste haben. Wer unter psychischen Belastungen leidet, weil er einsam und isoliert ist kann gerne anrufen und seine Sorgen und Ängste per Telefon loswerden.

Schwangere und Frauen im Schwangerschaftskonflikt erhalten ebenfalls weiterhin Hilfen, u.U. vereinbaren die Kolleg*innen hierfür persönliche Termine. In Bad Mergentheim kann Kollegin Birgit Gube bei drohender Ver- und Überschuldung mit einer Beratung weiterhelfen, Perspektiven zu entwickeln. Ebenso stehen dort die Suchtberaterinnen bei allen Fragen rund um Abhängigkeiten zur Verfügung.

Alle Einrichtungen sind jeweils von Montag bis Freitag zwischen 9 und 12 Uhr persönlich erreichbar.

 

Wertheim, Telefon: 09342 92750, E-Mail: wertheim@diakonie-tbb.de

Tauberbischofsheim, Telefon: 09341 92800, E-Mail: info@diakonie-tbb.de

Bad Mergentheim, Telefon: 07931 481698-0, E-Mail: mergentheim@diakonie-tbb.de

 

Außerhalb dieser Zeiten können die Anrufbeantworter benutzt werden. Es erfolgt ein Rückruf und gegebenenfalls auch eine Terminvereinbarung.

Bitte verzichten Sie auf unangemeldete Besuche. Unsere Mitarbeiter*innen befinden ohnehin zeitweise im Homeoffice. Besucher*innen, die Kontakt zu Covid-19-infizierten Personen, innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet waren oder offensichtlich Erkältungssymptome aufweisen dürfen die Beratungsstellen nicht betreten.

 

HINWEIS für unsere Tafelkund*innen:
Wir klären derzeit, ob und wie wir eine Notversorgung im Main-Tauber-Kreis organisieren können. Bitte haben Sie noch etwas Geduld, wir informieren Sie, sobald wir mehr wissen.

Geänderte Öffnungen des Diakonischen Werks

Beratungsarbeit eingeschränkt – Familienzentren geschlossen– Kinder- und Jugendhilfe teilweise ausgesetzt – Tafeln und Kleiderladen bis auf Weiteres geschlossen

 

Tauberbischofsheim. Die Folgen der Corona-Krise haben auch Auswirkungen auf die Arbeit des Diakonischen Werks im Main-Tauber-Kreis. Die Beratungsstellen in Wertheim, Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim bleiben weiterhin für Publikumsverkehr geöffnet. Allerdings sollte man sich gut überlegen, ob Beratungen nicht auf einen späteren Zeitpunkt verschoben oder alternativ telefonisch bzw. schriftlich (E-Mail u.a.) durchgeführt werden können. Besucher, die offensichtlich erkrankt sind oder Erkältungssymptome ausweisen dürfen die Beratungsstelle nicht betreten. Folgende Einrichtungen sind derzeit komplett geschlossen:

  • Familienzentrum Wartberg-Reinhardshof in Wertheim, Familiennetzwerk Boxberg und der Offene Treff KEK in Bad Mergentheim.
  • der Kleiderladen in Bad Mergentheim.
  • die Tafelläden in Wertheim, Lauda-Königshofen sowie Bad Mergentheim. Für die Tafelläden bemühen wir uns zurzeit um eine Notfallregelung – weitere Informationen folgen …
  • Angebote im schulischen Rahmen (Wertheim), Schulbegleitung sowie die Übergangsgruppe. Sie sind analog zu den Regelungen für die Schulen bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt.

 

In der Kinder- und Jugendhilfe Wertheim wird ab heute die Tagesgruppe sowie kleine und große Soziale Gruppenarbeit geschlossen.

 

Für die Arbeit im ambulanten Bereich (Sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsbeistandschaften, Familienpflege und Familienhebamme) gilt folgende Regelung:

 

Bis auf Weiteres werden alle Klienten weiter betreut, soweit

  • die Klienten selber bzw. die Familienmitglieder keine Krankheitssymptome aufweisen
  • sie nicht in Kontakt zu einer infizierten Person stehen oder seit dem Kontakt mit einer infizierten Person 14 Tage vergangen sind und sie keine Krankheitssymptome aufweisen
  • sie sich nicht in einem Gebiet aufgehalten haben, das durch das Robert Koch-Institut (RKI) im Zeitpunkt des Aufenthalts als Risikogebiet ausgewiesen war oder innerhalb von 14 Tagen danach als solches ausgewiesen worden ist, oder seit ihrer Rückkehr aus diesem Risikogebiet 14 Tage vergangen sind und sie keine Krankheitssymptome zeigen.

 

Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich an Telefon: 09341 9280-0

Aufruf: Wer hat in der Familienpflege gearbeitet?

50-jähriges Jubiläum der Dorfhilfe und Familienpflege – Ehemalige Kolleg*innen gesucht
 

Tauberbischofsheim. In diesem Jahr wird der Fachbereich Dorfhilfe und Familienpflege des Diakonischen Werks im Main-Tauber-Kreis 50 Jahre alt. Da die Aufzeichnungen in den früheren Jahren nicht lückenlos geführt wurden, suchen wir Frauen und Männer, die ab den 1970er Jahren bei Familien in Nöten im Einsatz waren oder Menschen, die sich daran erinnern, wer diesen Dienst bereits in den frühen Jahren im Auftrag des Diakonischen Werks übernommen hat. Gerne würden wir die ehemaligen Kolleg*innen kennenlernen, sie zu unseren Feierlichkeiten im Herbst einladen und uns mit ihnen über die veränderten Bedingungen und gemeinsamen Erfahrungen austauschen.

Auch freuen wir uns über Fotomaterial sowie Berichte aus früheren Einsätzen, hierfür kann man sich wenden an: Carina Kuhn, Telefon 09341 9280-16, E-Mail carina.kuhn@diakonie-tbb.de.

 

Fünf Jahre Familienpat*innen im Main-Tauber-Kreis

Ehrenamtliche Pat*innen unterstützen Familien – Freiwillige gesucht

Auch der Austausch untereinander ist den Familienpat*innen wichtig: Christine Bopp, Gertrud Brettinger, Wendelin Bopp, Rita Leitner, Renate Trinath bei einem Treffen mit den beiden Koordinatorinnen Elke Hauenstein und Elke Hach-Wilimzik (v. links).

Tauberbischofsheim. Die Waschmaschine meldet fertig, der Kühlschrank ist leer, der Kindergarten gleich aus: Eltern von mehreren kleinen Kindern wissen manchmal nicht, wo sie zuerst hinlangen sollen. Die eigenen Bedürfnisse stellen sie ohnehin gleich hinten an. In Ruhe duschen, ein Spiel mit nur einem Kind oder ein Telefonat mit der Freundin – kaum möglich. Neun Familienpat*innen unterstützen derzeit Familien in solchen Phasen mit dem Kostbarsten für Kinder: Zeit! Sie begleiten Familien für eine Weile und schenken Ihnen somit wertvolle Momente. Alle haben Schulungen für den Umgang mit kleinen Kindern hinter sich – und große Freude an dem, was sie tun, sagen sie einhellig.

In Trägerschaft von Diakonischem Werk und Caritasverband im Tauberkreis und mit finanzieller Unterstützung durch den Main-Tauber-Kreis helfen die Ehrenamtlichen seit dem Jahr 2015 bei Familien mit kleinen Kindern aus. In der Regel kommen die Familienpat*innen ein- bis zweimal die Woche für einige Stunden. Insgesamt fanden im Jahr 2019 13 Einsätze statt. Fachlich begleitet werden die Frauen und Männer von Elke Hach-Wilimzik und Elke Hauenstein, die als Koordinatorinnen zwischen Klient*innen und Familienpat*innen die Kontakte vermitteln und Ansprechpartnerinnen sind. Damit sich die Familienpat*innen auch untereinander austauschen und voneinander profitieren können gibt es jährlich drei Treffen, bei denen neben einer geselligen Runde ein fachliches Thema bearbeitet wird; beispielsweise trafen sich die Ehrenamtlichen im vergangenen Herbst zu einem Kommunikationstraining. Daneben vermitteln die Koordinatorinnen wichtiges Fachwissen zu rechtlichen Fragen, Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Die Familienpat*innen selbst verstehen sich dabei als Unterstützer und Begleiter der Mütter und Väter sowie aller Sorgeberechtigten. Alle, die Interesse an diesem Ehrenamt haben und gerne etwas mit Kindern unternehmen bzw. Familien unter die Arme greifen möchten, können sich wenden an: Elke Hauenstein, Telefon 09342 9275-21, E-Mail elke.hauenstein@diakonie.ekiba.de oder Elke Hach-Wilimzik, Telefon 09341 9220-1024, E-Mail: e.hach-wilimzik@caritas-tbb.de.

Kurse rund um Geburt und erstes Lebensjahr

Tauberbischofsheim. Gemeinsam bieten der Caritasverband im Tauberkreis e.V. sowie das Diakonische Werk im Main-Tauber-Kreis eine siebenteilige Kursreihe „Rund um die Geburt“ für werdende und „Neu-Eltern“ im Rahmen des Programms „Stärke“ an. Die Seminare richten sich besonders an Schwangere und Eltern, die keine Hebamme für Vor- und/oder Nachsorge finden. Jeweils mittwochs ab 17.30 bis 19 Uhr informieren Fachfrauen aus dem Bereich Frühe Hilfen deshalb über relevante Säuglingsthemen. Am 11. März spricht Familienhebamme Christine Göhring über „Geburt und Wochenbett“. Heike Janson (Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin) erklärt am 25. März, warum „Die erste Zeit nach der Geburt“ so wichtig ist. Schwangerschaftsberaterin Birgit Ditter informiert am 22. April zu den Themen „Elternzeit und finanzielle Leistungen vor und nach der Geburt“. Ihre Diakonie-Kollegin Carina Kuhn gibt am 29. April ihr Wissen zu „Frühe Hilfen und familienunterstützende Leistungen“ weiter. Die Entwicklungen im ersten Lebensjahr beleuchtet Heike Janson in ihrem Vortrag „Vom Baby zum Kleinkind“ am 6. Mai. Die beiden Abschlussabende am 13. sowie am 27. Mai gestaltet Christine Göhring zu den Themen der „Ernährung im ersten Lebensjahr“, sowie „Bindung – ein lebenslanges Band“.
Alle Kurseinheiten sind kostenfrei und auch einzeln buchbar. Veranstaltungsort ist das Netzwerk Familie, Schmiederstraße 25 in Tauberbischofsheim. Weitere Informationen und Anmeldung bis jeweils eine Woche vorher bei: Carina Kuhn, Diakonisches Werk, Telefon: 09341 9280-16, E-Mail carina.kuhn@diakonie.ekiba.de oder Birgit Ditter, Caritasverband, Telefon 09341 9220-1013, E-Mail ksb@caritas-tbb.de.

Studientag: Fundraising für Kindergärten

VERSCHOBEN: NEUER TERMIN am 14. Mai!

Lust auf mehr!

Lichter für Miteinander

Aktionsbündnis lädt zur Lichteraktion – Zeichen für ein gutes Miteinander in Wertheim

Wertheim. Bereits zum dritten Mal findet am Freitag, 15. November 2019, ab 18 Uhr die Lichteraktion „Gemeinsam sind wir Wertheim“ auf dem dortigen Marktplatz statt. Alle, die ein Zeichen für Zusammenhalt, Solidarität und ein Miteinander setzen wollen sind herzlich eingeladen, gemeinsam Kerzen anzuzünden, die vor Ort kostenlos ausgegeben werden.

Alex Schuck vom Diakonischen Werk im Main-Tauber-Kreis und der Wertheimer Liedermacher Bousch Bardarossa (v. links) präsentieren das diesjährige Aktionsplakat.

Die Initiative zur Aktion „Gemeinsam sind wir Wertheim“ haben die Bezirksbeauftragte für Polizeiseelsorge und das Kirchenkompassprojekt „Wo komme ich her? – Wo wollen wir miteinander hin?“ des Evangelischen Kirchenbezirks Wertheim, Elvira Ungefucht, sowie die Ökumenische Fachstelle für Flüchtlingshilfe ergriffen. In ihrem Aufruf heißt es: „Für uns alle ist Wertheim unser Zuhause. Die Krisen in der ganzen Welt und der politische Diskurs in unserem Land haben einen Einfluss auf das Miteinander in unserer Stadt. Wir wollen gemeinsam ein Zeichen setzen, dass wir uns hier nicht entzweien lassen. Die Menschen in Wertheim sollen sich wohlfühlen und in Freundschaft und Frieden miteinander leben dürfen.“

Dem Bündnis für die Gemeinschaftsaktion gehören an: Diakonisches Werk im Main-Tauber-Kreis, Evangelischer Kirchenbezirk Wertheim, Evangelische Jugendkirche, Katholische Kirchengemeinde Wertheim, Ökumenische Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis, Stadt Wertheim, Berufliches Schulzentrum, Comenius Realschule, Apfelsaftprojekt des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, Förderverein offene Jugendarbeit, Integranz-Initiative, Jugendhilfe Creglingen, Mosaikverein Wertheim, Russisch-Orthodoxe Gemeinde und „Willkommen in Wertheim“.

Cool bleiben in der Übergangsgruppe

Sozial- und sonderpädagogisches Zusatzangebot für Wertheimer Schüler*innen ab Klasse 7 – Langfristiges Ziel: Bessere Chancen auf eine Ausbildung anbahnen

Wertheim. Die Übergangsgruppe Wertheim ist mit einem neuen Team ins Schuljahr 2019/20 gestartet. Die neuen Verantwortlichen sind Sozialpädagogin Rebecca Ehrensberger (Diakonisches Werk im Main-Tauber-Kreis) und Sonderschullehrerin Stefanie Kern (Edward-Uihlein-Schule Wertheim).

Sonderschullehrerin Stefanie Kern (links) und Sozialpädagogin Rebecca Ehrensberger (rechts) betreuen im laufenden Schuljahr die Wertheimer Übergangsgruppe in den Räumen der Edward-Uihlein-Schule.

 

Jessica, 16, lebt mit ihrem Bruder bei ihrem Vater. Sie wiederholt gerade die 8. Klasse, und wieder scheint es nicht zu gelingen. Sie schwänzt häufig die Schule und der Lehrer macht nur Stress. Ständig fliegt sie aus dem Unterricht und möchte am liebsten nicht mehr hin. Zu viele Klassenarbeiten hat sie versäumt, von den Mitschüler*innen gibt es dumme Sprüche wegen ihrer Fehlzeiten und der Ruf von Ärger eilt ihr voraus. Jessica, ihr Vater, Lehrer und die Schulsozialarbeiterin haben viele Gespräche geführt, befinden sich aber in einer Sackgasse.

 

In solchen Situationen kann die Übergangsgruppe eine Auszeit bieten, sowohl für die Jugendlichen als auch betroffenen Klassen und Lehrer*innen. Eine Aufnahme ist schnell und unkompliziert möglich. Meist erfolgt der Kontakt über die Beratungslehrer*innen sowie über die Schulsozialarbeit der Stammschule in Absprache mit den Erziehungsberechtigten.

 

Jessica und ihr Vater schauen sich die Übergangsgruppe an und Jessica will sich darauf einlassen. Das Übergangsgruppenteam verständigt sich auf die wichtigsten Unterrichtsgegenstände, die der Teenager aufarbeiten muss mit dem Klassenlehrer.

 

Die Übergangsgruppe ist ein sonder- und sozialpädagogisches Angebot für Schüler*innen aller in Wertheim vertretenen Schularten ab der 7. Klasse. Befinden sich die Jugendlichen in Krisensituationen, die ihnen den Besuch ihrer Schule erschweren oder unmöglich machen, erfahren sie in der Übergangsgruppe die nötige Unterstützung bis sie wieder am Schulalltag teilnehmen können. Auslöser sind beispielsweise Trennung der Eltern, eine langfristige Erkrankung, familiäre oder persönliche Probleme. Auch Schüler*innen, die im Unterricht durch Stören oder inneren Rückzug/Mobbing stark auffallen, profitieren von diesem Angebot. Ziel ist die persönliche und soziale Stabilisierung von Jugendlichen, um Schulversagen oder gar Schulabbruch vorzubeugen und somit die Ausbildungsfähigkeit zu verbessern.

 

Jessica kann sich in der kleinen Gruppe gut aufs Lernen konzentrieren und ist erstaunt, wie zügig sie vorankommt. Schnell knüpft sie Kontakt zu den anderen Jugendlichen in der Gruppe und fasst Vertrauen zu Rebecca Ehrensberger und Stefanie Kern. Mit ihnen kann sie auch ihre eigenen Themen besprechen: „Wie geht es in der Schule und danach weiter?” „Wie kann ich auf blöde Sprüche reagieren?” „Wie schaffe ich es, in der Schule nicht gleich an die Decke zu gehen?”

Der Besuch der Übergangsgruppe wird individuell geplant. Für manche Jugendliche ist es sinnvoll diese nur tage- oder stundenweise zu besuchen und die restliche Schulzeit in der eigenen Klasse zu verbringen. Für andere ist eine komplette Beschulung über mehrere Wochen besser. In der Übergangsgruppe werden die Schüler*innen in einer Kleingruppe individuell unterrichtet und gefördert. Durch einen intensiven Beziehungsaufbau und die Vermittlung sozialer Kompetenz gelingt es den Schüler*innen meist, sich zu stabilisieren, neue Motivation aufzubauen und einen Neuanfang zu gestalten. Während der Zeit in der Übergangsgruppe besteht eine enge Abstimmung mit den Klassenlehrkräften und den Schulsozialarbeiter*innen an der Stammschule. Auch der regelmäßige Kontakt zu den Eltern spielt eine wichtige Rolle.

 

Nach einigen Wochen hat Jessica den Stoff aufgeholt und die ausstehenden Klassenarbeiten nachgeholt. Sie fühlt sich bereit, in ihre Klasse zurückzugehen, zunächst aber nur für ein paar Stunden. Wie es dort läuft, bespricht sie in der Übergangsgruppe. Sie geht inzwischen wieder regelmäßig in den Unterricht und schafft es im entscheidenden Moment, cool zu bleiben.

 

Kontakt zur Übergangsgruppe:

  • Das Projekt Übergangsgruppe wird durch das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.
  • Unterstützt wird es zusätzlich durch die Stadt Wertheim, das Jugendamt im Main-Tauber-Kreis, das Schulamt Künzelsau sowie dem Diakonischen Werk im Main-Tauber-Kreis.
  • Kontaktaufnahme erfolgt über:
    • Diakonisches Werk im Main-Tauber-Kreis, Übergangsgruppe Wertheim, Rebecca Ehrensberger, Telefon: 0178 9355557 oder 09342 935507-40
    • Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt Lernen Wertheim, Edward-Uihlein-Schule, Ansprechpartnerin Stefanie Kern, Telefon: 09342 6887.

Main-Tauber-Kreis vor sozialen Herausforderungen

Liga der freien Wohlfahrtspflege lud erstmals Kreistag zum Empfang – reger Austausch über soziale Fragen – Liga-Vorsitzender Pempe: Im Main-Tauber-Kreis nehmen soziale Probleme zu

 

Tauberbischofsheim. Es war eine Premiere, zu der Wolfgang Pempe, Vorsitzender der Liga der freien Wohlfahrtspflege im Main-Tauber-Kreis, die erschienenen Vertreter*innen des Kreistages im Johannes-Sichart-Haus in Tauberbischofsheim begrüßt hat. Zum ersten Mal hatte die Liga die Mitglieder des neu gewählten Kreistages zu einem Empfang eingeladen. Pempe betonte seinen Respekt vor dem Engagement der überwiegend ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Kreistages, die von ihrem Auftrag her genauso dem Gemeinwohl verpflichtet seien, wie die unterschiedlichen Verbände und Einrichtungen der Wohlfahrtspflege. Erfreulicherweise waren nahezu alle Fraktionsvorsitzende*n der Einladung gefolgt.
In Vertretung des Landrats dankte Elisabeth Krug, Sozialdezernentin des Landkreises, für die gute Idee, eine solche Veranstaltung zu initiieren, denn es gäbe schon lange eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Wohlfahrtsverbänden sowie dem Kreistag und seinen Ausschüssen. Diese gelte es weiter zu entwickeln.
Nachdem die komplexe Struktur der sozialen Arbeitsbereiche und die darin engagierten Einrichtungen und Verbände der Freien Wohlfahrtspflege für den Main-Tauber-Kreis kurz vorgestellt wurden, hielt Ursel Wolfgramm, Vorsitzende der Liga in Baden-Württemberg, einen Impulsvortrag zum Thema „Die Rolle der freien Wohlfahrtspflege in der Bundesrepublik“. Dabei spannte sie den Bogen von den Anfängen der freien (vom Staat unabhängigen) Wohlfahrtspflege über die Gleichschaltung in der NS-Zeit bis hin zur aktuellen Situation, in der die freie Wohlfahrtspflege im Auftrag und in Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen wichtige Aufgaben für das Gemeinwohl übernimmt. Sie wies auf die aktuellen Herausforderungen hin, die durch einen starken demografischen Wandel und eine zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich geprägt sind. Auch wenn Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich noch relativ gut in seiner sozialen Versorgung dastehe, gäbe es auch im Main-Tauber-Kreis eine deutliche Zunahme an sozialen Herausforderungen, ergänzte Pempe.
Darüber waren man sich in der anschließenden lebhaften Diskussion weitgehend einig, wobei die Kreisräte naturgemäß die steigenden Kosten mit Sorgen betrachteten. Insgesamt konnte ein überwiegend positives Fazit für die Versorgung im Landkreis, z. B. im Bereich der Schulsozialarbeit, gezogen werden. Konsens war ebenso, dass es zunehmend große Herausforderungen für den sozialen Frieden gibt, für die auch die Beteiligten nicht sofort eine Lösung anbieten können.
Der spürbare Wille, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wurde auch in den langanhaltenden Gesprächen nach dem offiziellen Schluss der Veranstaltung deutlich, die von Heike Kuhn, Leiterin der Evangelischen Erwachsenenbildung, moderiert wurde.

 

Reger Austausch beim LIGA-Empfang für die neu gewählten Kreistagsmitglieder: Vertreter*innen fast aller Fraktionen trafen sich zum Empfang im Johannes-Sichart-Haus in Tauberbischofsheim.
Foto: Werner Fritz

 

Heiße Suppe gemeinsam ausgelöffelt

Logo der LIga der freien WohlfahrtspflegeLiga informiert auf dem Tauberbischofsheimer Marktplatz – Suppe als Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung – Woche der Armut 2019

Tauberbischofsheim. Eine gemeinsame Infoaktion gegen Lebensmittelverschwendung unter dem Motto „Der Mensch ist mehr als eine Zahl“ hat die Liga der freien Wohlfahrtspflege im Main-Tauber-Kreis am Freitag, 18. Oktober 2019 auf dem Marktplatz in Tauberbischofsheim veranstaltet. Anlass war die Kampagne „Woche der Armut“, bei der die Liga jährlich eine Woche lang auf die steigende Armut im Land aufmerksam macht. Mitarbeitende der Tafel Tauberbischofsheim hatten als Zeichen eine Suppe aus übrig gebliebenem Gemüse gekocht und gaben diese an Marktbesucher*innen ab.

Matthias Fenger, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbands im Tauberkreis als Vertreter der Liga löffelte gemeinsam mit Tauberbischofsheims Bürgermeisterin Anette Schmidt eine Gemüsebrühe aus. Fenger sagte, mit der Aktion wolle man „die Finger in die Wunde legen. Wir gehen auf die Straße, um den ökologischen Wahnsinn einmal aufzuzeigen: Jede und jeder von uns wirft statistisch gesehen jährlich rund 80 kg Lebensmittel weg.“ Die Bürgermeisterin gab zu, sich an die eigene Nase fassen zu müssen: „Auch ich bin nicht immer so gut darin, das zu kalkulieren. Ich finde es gut und wichtig, die Problematik von Arm und Reich in unserem Land aufzuzeigen. Und aus den verwertbaren Resten eine Suppe zu kochen ist so simpel – und noch dazu schmeckt sie sooo gut!“

Unter Mitwirkung von Diakonischem Werk im Main-Tauber-Kreis, der Erlacher Höhe, dem DRK Kreisverband Tauberbischofsheim, der Jugendhilfe Creglingen sowie den Caritasverbänden im Tauberkreis und Heilbronn-Hohenlohe informierten die Verantwortlichen über nicht nur Zahlen und Fakten. Sie gaben auch Tipps zur Resteverwertung von Lebensmitteln und die Besucher*innen konnten anhand eines Spiels einschätzen, wie lange nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums Lebensmittel noch bedenkenlos gegessen werden können.

Im Main-Tauber-Kreis besuchen täglich ca. 112 Menschen die vier Tafelläden von Caritasverband und Diakonischem Werk. Die Tafeln verwerten Lebensmittel, die in den Supermärkten nicht mehr verkauft werden. Versorgt werden dadurch je nach Familiengröße mindestens 280 Frauen, Männer und Kinder. Gleichzeitig wirft jeder Bundesbürger 82 kg Lebensmittel jährlich weg. Dies entspricht einem Wert von 235 EURO jährlich oder 0,65 EURO pro Tag. Zum Vergleich: ein*e HartzIV Empfänger*in erhält 5 EURO pro Tag für Lebensmittel.

Löffelten gemeinsam eine Suppe aus: Tauberbischofsheims Bürgermeisterin Anette Schmidt und Caritasvorstand Matthias Fenger.