Schutz erzeugt Heimatgefühl

Ökumenische Fachstelle für Flüchtlingshilfe zeigt Ausstellung „Schau mich an – Gesicht einer Flucht!“ in Wertheim – Bürgermeister Stein lobt Engagement für Flüchtlinge – Abschlussgottesdienst am Sonntag, 29. Juli, 10.30 Uhr

 

Gesicht einer Flucht: Die Gäste der Ausstellungseröffnung
beim Betrachten des Schicksals einer Heimatvertriebenen
aus Oberschlesien Von links: Elvira Leskowitsch, Alex
Schuck (Ökumenische Fachstelle), Walter Hörnig (Willkommen
in Wertheim) sowie Wertheims Bürgermeister Wolfgang Stein.
Foto: Diakonisches Werk

Wertheim/Tauberbischofsheim. Noch bis kommenden Sonntag, 29. Juli, ist die Ausstellung „Schau mich an – Gesicht einer Flucht“ in Wertheim zu sehen. Auf 20 so genannten Roll-Ups sind jeweils ein „Gesicht der Flucht“ samt der zugehörigen Lebensgeschichte abgebildet. Initiiert wurde sie in Haltern am See, in den Main-Tauber-Kreis holte sie die Ökumenische Fachstelle für Flüchtlingshilfe. Bei der Ausstellungseröffnung am Montag, 24. Juli 2018 lobte Wertheims Bürgermeister Wolfgang Stein, dass gerade Wertheim Ja sage zu Flüchtlingen, was sich an vielerlei Engagement zeige seit Eintreffen der ersten Busse auf dem Wartberg im Jahr 2015. Elvira Leskowitsch, Flüchtlingsbeauftragte des Evangelischen Kirchenbezirks, zitierte aus einigen der Exponate. Unter anderem steht dort zu lesen, wie wichtig es für Menschen ist, dass Mitmenschen einem „Schutz, Sicherheit und Chancen gegeben haben“. Dadurch enstehe Heimat, so Leskowitsch.

Zum Abschluss der Ausstellung findet am kommenden Sonntag, 29. Juli 2018, 10.30 Uhr, ein Gottesdienst statt.

 

Laufen für Menschlichkeit

Ökumenische Fachstelle für Flüchtlingshilfe zeigt Flagge beim Igersheimer Firmenlauf – Banner der Solidarität erinnert an mehr Menschlichkeit in Asylfragen – Diakonie-Präsident Lilie: „unsäglicher Tabubruch“ von Horst Seehofer

Laufen für mehr Menschlichkeit bei Asylfragen: Für die Ökumenische Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis sind drei Läufer*innen gestartet.
Von links: Alex Schuck (Diakonisches Werk), Meike Kulike (Caritasverband), Ragna Zehender (Diakonisches Werk). Foto: Diakonisches Werk.

Tauberbischofsheim/Igersheim. Beim Firmenlauf am Donnerstag, 12. Juli 2018 in Igersheim ist eine Startergruppe besonders ins Auge gestochen: das Team der Ökumenischen Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis zeigte Flagge gegen die Neuausrichtung in der Asylpolitik und die verbalen Entgleisungen von Bundesinnenminister Horst Seehofer. „Man muss nicht einmal besonders politisch interessiert sein, sondern nur ein anständiger Mensch, damit einem diese unmöglichen Aussagen und sein Verhalten sauer aufstoßen“, bedauerte Sozialpädagoge und Läufer Alex Schuck (Diakonisches Werk im Main-Tauber-Kreis). „Da stellt sich die Frage mit dem Umgang von Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft, wenn die gesamte Diskussion in der Asylpolitik nur von Zahlen, Statistiken und der Angst vor rechtspopulistischen Meinungsträgern gesteuert wird.“ Mit einem überdimensionalen Banner auf dem Hashtags wie „Menschlichkeit“, „Solidarität“, „Nächstenliebe“ oder „Zivilcourage“ zu lesen waren, erinnerte das Team die Besucher an unantastbare Grundwerte.
Auch Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, kritisiert die Äußerung von Bundesinnenminister Horst Seehofer, bei der er seinen 69. Geburtstag mit der Zahl von Abschiebungen an diesem Tag in Zusammenhang bringt. „Seehofer begeht einen unsäglichen Tabubruch. Diese Äußerung ist der Sprache eines deutschen Innenministers unwürdig“, sagt der Diakoniepräsident.

Ausstellung eröffnet

„Schau mich an!  Gesicht einer Flucht“ in Boxberg eröffnet – Gesucht: Gesichter für eigene Ausstellung im Main-Tauber-Kreis

„Schau mich an! – Gesicht einer Flucht. Die Ausstellung ist noch bis 14. Juli in der Kulturkirche Unterschüpf zu sehen.

Boxberg. Seit Sonntag, 8. Juli 2018, ist die Ausstellung „ Schau mich an! – Gesicht einer Flucht“ der Ökumenischen Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis mit und in der Kulturkirche Unterschüpf eröffnet und kann besichtigt werden. Die Ausstellung verbindet deutsche und ausländische Fluchtgeschichten und zeigt, dass sie alle etwas gemeinsam haben.
Im Eröffnungsgottesdienst erzählte Mario Miceli, Flüchtlingsdiakon des Kirchenbezirks Adelsheim-Boxberg, eine Weihnachtsgeschichte mitten im Sommer. Eine Geschichte, die das Thema Flucht und Migration in sich trägt, in der Jesus Flüchtling und Migrantenkind geworden ist. Doch was ist die große Botschaft dieser Geschichte? „Fürchtet euch nicht. Habt keine Angst. Ich bin bei euch.“ So banal diese Worte zunächst klängen, so schön und Mut machend seien sie, betonte der Diakon. Dieses Motto Gottes für die Menschen sei eine Überschrift über alles was Gott mit den Menschen und für die Menschen will.
„Im Vertrauen darauf, dass man ihnen zuhört, berichten die dargestellten Menschen über ihre Erfahrungen auf der Flucht und in der neuen ‚Heimat‘. Mutig und offen schildern sie wer sie sind, warum sie fliehen mussten. Sie formulieren aber auch ihre Träume und Hoffnungen für die Zukunft. Diese Menschen tragen ihre Geschichten nicht vor sich her. Sie zeigen ihre Gesichter, was den anonymen Begriff ‚die Flüchtlinge‘ schwinden lässt und nahbarer macht.“, berichtet Daniel Gehrlein, Mitarbeiter des Diakonischen Werkes im Main-Tauber-Kreis und Mitinitiator der Ausstellung im Landkreis.
Gezeigt wird die Ausstellung noch bis 14. Juli 2018 in Kooperation mit und in der Kulturkirche in Unterschüpf, Tottenheimer Staße 13, 97944 Boxberg-Unterschüpf. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag: 18 bis 20 Uhr, Samstag: 9 bis 12 sowie 15 bis 17 Uhr. Besondere Begehungen und Führungen sind nach Vereinbarung möglich. Kontakt über das Ev. Pfarramt Unterschüpf, Telefon: 07930 367 oder Daniel Gehrlein, Telefon: 0171 9122586, E-Mail: daniel.gehrlein@diakonie.ekiba.de

Ausstellung: Schau mich an! Gesicht einer Flucht

„Schau mich an! – Gesicht einer Flucht“ in Boxberg, Creglingen und Wertheim – Eröffnung Kulturkirche Unterschüpf am 8. Juli – Casting: Gesichter für eigene Ausstellung gesucht

 

Boxberg/Creglingen/Wertheim. Rennen, laufen, hetzen über Tage, Wochen und Monate – um das reine Überleben. Der Asylkreis Haltern am See hat unter dem Titel „Schau mich an! – Gesicht einer Flucht“ eine Ausstellung konzipiert, die auf Initiative der Ökumenischen Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis vom 8. bis 29. Juli 2018 in Boxberg, Creglingen sowie Wertheim zu sehen sein wird. Am 8. Juli findet um 10 Uhr ein Gottesdienst zur Ausstellungseröffnung in der Kulturkirche Unterschüpf mit anschließendem Empfang statt. Enden wird die Ausstellungsreihe am 29. Juli 2018 mit einem Abschlussgottesdienst um 10 Uhr in der Wertheimer Stiftskirche. Die Ausstellung zeigt 19 Schicksale, die berühren, die die Augen für das Trauma von Krieg, Terror und Flucht öffnen und zeigen: „Schau, ein Mensch.“

 

Weltweit fliehen mehr als 60 Millionen Menschen vor Not, Krieg und Terror, die Hälfte davon sind Kinder. Irgendwo wird ihre Flucht vorerst ein Ende finden. Vielleicht in unserer Stadt, in unserer Nachbarschaft? Wie schauen wir Geflüchtete an, wenn wir Ihnen begegnen? Häufig heißt es in den Medien oder in Gesprächen „DIE“ Flüchtlinge; fremd, anonym und negativ. Die Ökumenische Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis lädt deshalb ein, genauer hinzusehen.

In der Ausstellung zeigen Asylsuchende offen und mutig ihre Gesichter. Sie erzählen, wer sie sind und was sie aus ihrer Heimat vertrieben hat. Und schließlich: Wie erleben sie ihre Ankunft in Deutschland? Auch viele Deutsche erlebten im Zweiten Weltkrieg oder in der DDR Flucht und Vertreibung. Frauen und Männer berichten wie es damals war, wie sich diese Erlebnisse auf ihr Leben auswirkten und lenken somit den Blick auf unsere eigene deutsche Geschichte.

 

Eckdaten:

Gezeigt wird die Ausstellung vom

 

  • bis 14. Juli 2018 in Kooperation mit und in der Kulturkirche in Unterschüpf, Tottenheimer Staße 13, 97944 Boxberg-Unterschüpf

 

Öffnungszeiten:

Sonntag: 10 bis 12 sowie 14 bis 18 Uhr, Montag bis Freitag: 18 bis 20 Uhr, Samstag: 9 bis 12 sowie 15 bis 17 Uhr

Besondere Begehungen und Führungen sind nach Vereinbarung möglich. Kontakt über das Ev. Pfarramt Unterschüpf, Telefon: 07930 367 oder Daniel Gehrlein, Telefon: 0171 9122586, E-Mail: daniel.gehrlein@diakonie.ekiba.de

 

  • bis 20. Juli 2018 in den Räumen der Jugendhilfe Creglingen, Riemenschneiderbrücke 6, 97993 Creglingen

 

Öffnungszeiten:

Montag: 13 bis 17 Uhr, Dienstag bis Donnerstag: 9 bis 17 Uhr, Freitag: 9 bis 12 Uhr

 

Termine für Gruppen und Führungen sind nach Vereinbarung möglich. Kontakt über Ragna Zehender, E-Mail: ragna.zehender@diakonie.ekiba.de

 

  • bis 29. Juli 2018 in der Stiftskirche in Wertheim, Schulgasse 3, 97877 Wertheim

 

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 8 bis 18 Uhr

Besondere Begehungen und Führungen sind nach Vereinbarung möglich bei Alex Schuck,Telefon: 01573 1300686, E-Mail: alex.schuck@diakonie.ekiba.de sowie Elvira Leskowitsch, Telefon: 0176 61153429, E-Mail: leskowitsch.elvira@kirchenbezirk-wertheim.de

 

 

Zusätzliche Information und Aufruf:

 

Um Fluchterlebnisse und -schicksale im Main-Tauber-Kreis sichtbarer und greifbar zu machen, plant die Ökumenische Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis eine eigene Ausstellung. Hierzu gewannen die Mitarbeiter*innen der Fachstelle den Fotografen Gerald Holzer, der diese Idee unterstützen möchte. Gesucht werden nun Frauen und Männer, die sich bereiterklären, als Fotomodelle mitzuwirken.

Haben Sie eigene Erfahrungen hinsichtlich Flucht und Vertreibung, die Sie teilen möchten, mit der sie das Stimmungsbild in der Öffentlichkeit gerne positiv beeinflussen wollen? Ob Sie von Erlebnissen aus der Zeit des Nationalsozialismus, der DDR oder aktuelle Fluchtgeschichten erzählen möchten – die Ökumenische Fachstelle freut sich, Sie kennenzulernen.  Jede Person hat eine Geschichte!

Termine hierfür sind:

  • Juli 2018 von 18.30 bis 20.30 Uhr in der Kulturkirche in Unterschüpf
  • Juli 2018 von 18.30 bis 20.30 Uhr in der Jugendhilfe Creglingen
  • Juli 2018 von 18.30 bis 20.30 Uhr in der Stiftskirche Wertheim

 

Nähere Informationen sowie die Exponate der Ausstellung (auch zum Download) unter www.gesicht-einer-flucht.de

Kompaktkurs: Mein Baby und ich

Kompaktkurs Säuglingspflege im Familienzentrum Wartberg-Reinhardshof – Familienhebamme informiert über Fragen rund um Neugeborene

Wertheim. Einen zweiteiligen Kurs in Babypflege bietet das Diakonische Werk im Main-Tauber-Kreis an den beiden Dienstagen, 9. Juni, von 9 bis 12 Uhr sowie am 19. Juni 2018 von 9.30 bis 12 Uhr, an. Veranstaltungsort ist das Familienzentrum Wartberg-Reinhardshof am Frankenplatz 23 in 97877 Wertheim. Interessierte Neu-Eltern üben, wie sie ihr Neugeborenes richtig baden, halten oder wickeln. Die erfahrene Hebamme Christine Göhring beantwortet zudem alle Fragen rund um die Entwicklung im ersten Lebensjahr, die Versorgung und altersgemäße Ernährung des Nachwuchses. Zudem gibt sie Tipps, wie man das weinende Baby beruhigt oder beschäftigt.
Junge Mütter und Väter sollten ihre Babies mitbringen. Die Kursgebühr beträgt einmalig 10 Euro. Anmeldungen sind möglich bis zum 8. Juni 2016 beim Diakonischen Werk, Christine Göhring, Telefon: 0157 87019705 oder Elke Hauenstein, Telefon: 09342 92750, E-Mail: christine.goehring@diakonie.ekiba.de oder elke.hauenstein@diakonie.ekiba.de

Veranstaltung: Balanceakt Ehrenamt

Boxberg. Die Ökumenische Fachstelle für Flüchtlingshilfe lädt am Samstag, 16. Juni 2018, von 11 bis 15 Uhr erstmalig ins evangelische Gemeindehaus Boxberg (Jakob-Reichert-Straße 22, 97944 Boxberg) zu einem Austausch mit Dipl. Pädagogin und Supervisorin Lydia Smolny zum Thema „Mir geht´s gut im Ehrenamt!?“. Das Angebot richtet sich vorwiegend an Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe, steht jedoch allen ehrenamtlich Engagierten offen.

Ehrenämter sind geprägt von intensiven und gewinnbringenden Kontakten und Momenten. Sie können jedoch auch sehr verantwortungsvoll und herausfordernd sein. Dieser Balanceakt kann ein ehrenamtliches Engagement äußerst kräftezehrend werden lassen, vor allem wenn die Waage zwischen beiden Teilen zu sehr in ein Ungleichgewicht gerät.

Was also tun, wenn man sich ohnmächtig fühlt und nicht mehr selbst ins Gleichgewicht findet? Die Veranstaltung soll in einem geschützten Rahmen Anreize zur Veränderung und Umstrukturierung des eigenen Ehrenamts setzen, Methoden der Psychohygiene vorstellen und Raum für Gespräche und Austausch bieten, in dem Ängste und Belastungen formuliert werden. Die Gesprächsinhalte der Veranstaltung werden vertraulich behandelt.

Es wird um eine Anmeldung bis zum 8. Juni 2018 (alex.schuck@diakonie.ekiba.de; Telefon 01573 1300686) gebeten. Die Veranstaltung ist kostenfrei und auf 20 Teilnehmer*innen begrenzt.

Keine Blumen und Pralinen: Eltern wünschen sich Schlaf

Wertheim. Schlaf ist DAS Thema für Eltern mit Babys: 78 Prozent der Kinder unter einem Jahr wachen laut einer Studie nachts bis zu viermal auf.* Dadurch sind die Eltern von Schlafmangel betroffen. Fehlen auf Dauer Möglichkeiten zur Entlastung, wirkt sich dies negativ auf die Eltern aus. 56 Prozent aller Mütter und Väter wünschen sich daher Unterstützung beim Thema Babyschlaf. wellcome in Wertheim unterstützt Familien im ersten Jahr nach der Geburt durch Ehrenamtliche. Seit sechs Jahren gibt es den wellcome-Standort in der Main-Tauber-Stadt.

Hinzu kommt, dass sich junge Familien beim Thema zunehmend allein gelassen fühlen: Aufgrund steigender Mobilität fehlt häufig ein nachbarschaftliches oder familiäres Netzwerk, das es Eltern ermöglicht, sich Tipps zu holen oder tagsüber einmal auszuruhen. Können weder Familie noch Freunde mit Rat oder Unterstützung zur Seite stehen, springen die Ehrenamtlichen von wellcome ein.


wellcome unterstützt frischgebackene Eltern in Wertheim

wellcome ist moderne Nachbarschaftshilfe für Eltern: Ehrenamtliche helfen für ein paar Monate ein- bis zwei Mal pro Woche ganz praktisch im Alltag – so wie es sonst Familie, Freunde oder Nachbarn tun würden. Einige Beispiele: Sie gehen mit dem Baby spazieren, damit die Mutter Schlaf nachholen kann, begleiten die Zwillingsmutter zu Arztbesuchen oder spielen mit den Geschwisterkindern. Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite oder hören einfach zu.

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wellcome-Logo.

Ehrenamtliche helfen, damit aus kleinen Krisen keine großen werden

In Wertheim setzt das Diakonische Werk im Main-Tauber-Kreis in Kooperation mit wellcome diese familiäre Hilfe um. Das Team bilden Koordinatorin Elke Hauenstein sowie acht Ehrenamtliche. Allein im Jahr 2017 haben sie acht Familien betreut und ihnen insgesamt 224 Stunden ihrer Zeit geschenkt.
wellcome-Koordinatorin Hauenstein betont: „wellcome-Ehrenamtliche können ganz schnell und konkret helfen. Eine kleine Unterstützung mit großer Wirkung – denn häufig kommt es gar nicht erst zu größeren Problemen, wenn Eltern frühzeitig entlastet werden.“ Aus diesem Grund, und um mehr Familien Hilfe anbieten zu können freut sich Diakonie-Mitarbeiterin Hauenstein auch über Zuwachs im Kreis der Ehrenamtlichen. Interessierte nehmen gerne über sie Kontakt auf: Diakonisches Werk im Main-Tauber-Kreis, wellcome-Wertheim, Elke Hauenstein, Mühlenstraße 3-5, 97877 Wertheim, Telefon: 09342 92750, E-Mail: elke.hauenstein@diakonie.ekiba.de, www.wellcome-online.de.

*In einer repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstitut Forsa in Kooperation mit wellcome und Pampers wurden 1.002 Eltern von Kindern im Alter von 0–5 Jahre zu ihrem Schlaf und dem ihrer Kinder befragt. 35 % der Befragten haben ein Kind von 0–1 Jahr, 38 % von 2–3 Jahre, 27 % von 4–5 Jahren. Mehr Informationen:
https://www.wellcome-online.de/ueber-uns/presse/downloads/Pampers_wellcome_Schlaf-Studie_final_2018.pdf

Tatjana Gering neue Stadtteilkoordinatorin

Diakonisches Werk führt Aufgabe ab Mai nahtlos fort

Wertheim. Person und Träger wechseln, die Aufgabe bleibt. Mit Tatjana Gering hat der Wartberg ab 1. Mai 2018 eine neue Stadtteilkoordinatorin. Die Sozialpädagogin ist Mitarbeiterin des Diakonischen Werks im Main-Tauber-Kreis. Sie folgt auf Tino Weise vom Caritasverband.

Das Büro der Stadtteilkoordination bleibt im Zentrum des Wartbergs am Frankenplatz 23. Hier wird Tatjana Gering vorläufig folgende Sprechzeiten haben: Montag und Mittwoch jeweils von 8 bis 12 Uhr.

Tatjana Gering, neue Stadtteilkoordinatorin am Wartberg in Wertheim. Foto: Stadt Wertheim.

Tatjana Gering, neue Stadtteilkoordinatorin am Wartberg in Wertheim.
Foto: Stadt Wertheim.

Das neue Familienzentrum Wartberg/Reinhardshof, ebenfalls unter Trägerschaft des Diakonischen Werks, hat seinen Stützpunkt an der gleichen Adresse. So bilden Claudia Reinhold, die Leiterin des Familienzentrums, und die neue Stadtteilkoordinatorin Tatjana Gering ein kollegiales Tandem, das sich ergänzt und unterstützt.

Die 43-jährige Wertheimerin, die mit ihrer Familie am Wartberg wohnt, freut sich auf die neue Aufgabe. Seit 2010 ist die Diplom-Sozialpädagogin (FH) für das Diakonische Werk in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Als Geschäftsführer Wolfgang Pempe in seinem Team jemanden für die Stadtteilkoordination suchte, „habe ich die Chance, jetzt etwa Neues und Anderes zu machen, gerne ergriffen.“ Am bisherigen Arbeitsplatz muss die Nachfolge noch geregelt werden. Deshalb startet Tatjana Gering am Wartberg zunächst mit 25 Prozent, um dann sobald wie möglich auf eine halbe Personalstelle aufzustocken.

Aufgabe der Stadtteilkoordination ist es, das bürgerschaftliche Miteinander im Stadtteil Wartberg zu fördern – durch Koordinierung, Vernetzung und Unterstützung von Projekten und Aktivitäten. Die Stadtteilkoordination war auf Initiative der Stadt erstmals 2010 installiert worden, damals unter Trägerschaft des DRK. Im April 2015 erfolgte ein Neustart unter Trägerschaft des Caritasverbands. Ab Mai 2018 ist neuer Kooperationspartner der Stadt das Diakonische Werk. Finanziert wird die Stadtteilkoordination von der Stadt Wertheim mit einem Zuschuss des Landkreises.

 

Teenager an die Hand nehmen

Carmen Eckert (links, Diakonisches Werk) und Thomas Anemüller (rechts, Edward-Uihlein-Schule) betreuen im laufenden Schuljahr die Übergangsgruppe Wertheim.  Foto: Diakonisches Werk im Main-Tauber-Kreis.

Carmen Eckert (links, Diakonisches Werk) und Thomas Anemüller (rechts, Edward-Uihlein-Schule) betreuen im laufenden Schuljahr die Übergangsgruppe Wertheim.
Foto: Diakonisches Werk im Main-Tauber-Kreis.

Teenager an die Hand nehmen

„Übergangsgruppe Wertheim“ bietet Teenagern ab der 7. Jahrgangsstufe Hilfe – Motivationsaufbau statt Null-Bock-Haltung – Mädchen und Jungen werden wieder an den regulären Schulbesuch herangeführt

 Wertheim. Jannik M. ist 15.⃰ Er lebt zusammen mit seiner Mutter und seinen beiden jüngeren Schwestern in einer kleinen Mietwohnung. Zu seinem Vater hat Jannik keinen Kontakt mehr. Auf Schule und Lernen hat er gerade keinen Bock  „Versetzung gefährdet“ stand im Halbjahreszeugnis. „Meine Mutter“, sagt er, „kann mir sowieso nicht beim Lernen helfen. Sie ist nachmittags arbeiten und außerdem spricht sie eh nicht so gut Deutsch“. Statt im Unterricht oder über den Hausaufgaben sitzt er lieber bei seinen älteren Kumpels. Zockt Minecraft statt Mathe zu büffeln. Sein Smartphone und er – eine untrennbare Einheit. Was um ihn herum passiert, nimmt er gar nicht richtig wahr. Wie er das Schuljahr noch schaffen soll, weiß er nicht und es ist ihm auch egal. Höchste Zeit, einzugreifen, fand seine Lehrerin.

Seine Lehrerin und seine – zunächst ahnungslose – Mutter geben Jannik nicht auf. Mit Mühe können sie ihn zu einem Kontakt zur Jugendsozialarbeiterin ermutigen. Alle möchten, dass er das Schuljahr schafft, wieder Anschluss an seine Klassengemeinschaft findet. Carmen Eckert vom Diakonischen Werk im Main-Tauber-Kreis bietet ihm an, in die Übergangsgruppe zu kommen, um einzeln und in der Kleingruppe mit ihm Versäumtes nachzuholen und über seine Sorgen aber auch seine Zukunftswünsche zu sprechen. Jannik stimmt zu und besucht mit Absprache der Klassenlehrerin tage- und stundenweise die Übergangsgruppe. Dort gefällt es ihm und das Lernen macht ihm wieder Spaß. „Ich kann ja doch was“, stellt er nach einigen Tagen erstaunt fest. Nach wenigen Wochen hat er das Gefühl, wieder dabei zu sein. Er kommt inzwischen wieder regelmäßig zum Unterricht. Sogar ein Praktikum in einem Bestenheider Industriebetrieb hat er in Aussicht.

SchülerInnen, die gar nicht oder nicht ausreichend motiviert sind – das kann aus psychischen, gesundheitlichen oder familiären Gründen sein – drohen allmählich den Anschluss zu verlieren und in eine Abwärtsspirale zu geraten. Spätestens dann müssen auch 15-jährige Jugendliche an die Hand genommen werden. Insgesamt 15 Jahre, davon seit 2007 in Trägerschaft der Kinder- und Jugendhilfe des Diakonischen Werks, gibt es hierfür ein schulisches Angebot: die „Übergangsgruppe Wertheim“. Sie bietet Teenagern ab der 7. Jahrgangsstufe konkrete, niederschwellige Hilfe an, leistet Motivationsaufbau und führt die Mädchen und Jungen wieder an den regulären Schulbesuch heran.

Lernen in kleinen Gruppen, eine individuell und flexibel gestaltete Unterstützung, ein intensiver Beziehungsaufbau sowie das Üben von sozialen Kompetenzen: So gelingt es den SchülerInnen meist, sich individuell und sozial zu stabilisieren und einen „Neuanfang“ zu gestalten. Die Jugendlichen verlassen hierfür stunden-, tage- oder wochenweise ihren Klassenverband. Carmen Eckert (Diakonisches Werk) und Thomas Anemüller (Edward-Uihlein-Schule) fördern in dieser Zeit individuell mit Einzelunterricht und Kleingruppenarbeit. Wichtig ist bei einem Neustart eine enge Kooperation mit der Klassenlehrkraft, der Schulsozialarbeit und vor allem den Eltern.

Nicht nur Jannik kann aufgrund seiner Situation der Übergangsgruppe gemeldet werden. Auch Jugendliche, die sich in einer Krisensituation befinden (z.B. aufgrund von Trennung der Eltern, langfristiger Erkrankung, familiärer oder persönlicher Probleme) oder die im Unterricht durch ihr Verhalten auffallen (z.B. durch Stören oder inneren Rückzug, Mobbing) können von diesem Angebot profitieren. Ziel der individuellen Förderung ist die persönliche und soziale Stabilisierung der jungen Menschen, um damit Schulversagen und/oder einen drohenden Schulabbruch zu verhindern.

Das Projekt „Übergangsgruppe“ wird durch das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg aus Mitteln der Europäischen Union gefördert. Unterstützt wird es zusätzlich von der Stadt Wertheim, dem Jugendamt im Main-Tauber-Kreis, dem Schulamt sowie dem Diakonischen Werk im Main-Tauber-Kreis.

In der Regel nehmen die Schulen in Absprache mit den Erziehungsberechtigten Kontakt auf über:

Diakonisches Werk im Main-Tauber-Kreis
Übergangsgruppe Wertheim
Boxtaler Weg 2
97877 Wertheim

Ansprechpartnerin:
Carmen Eckert (Dipl.Pädagogin)
0178/9355557 oder 09342/935507-40

Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum Wertheim
Edward-Uihlein-Schule
97877 Wertheim

Ansprechpartner:
Thomas Anemüller (Sonderschullehrer mit Fachausbildung)
09342/6887

⃰ Name geändert

Kooperationsvereinbarung unterzeichnet – Start für Familienzentrum in Wertheim

Die Kooperationsvereinbarung für das Familienzentrum Wartberg/Reinhardshof unterzeichneten am Dienstag Bürgermeister Wolfgang Stein und Wolfgang Pempe, Geschäftsführer des Diakonischen Werks. Foto: Stadt Wertheim

Die Kooperationsvereinbarung für das Familienzentrum Wartberg/Reinhardshof unterzeichneten am Dienstag Bürgermeister Wolfgang Stein und Wolfgang Pempe, Geschäftsführer des Diakonischen Werks. Foto: Stadt Wertheim

Wertheim. Das war genau eingetaktet: Einen Monat nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderates und rund vier Wochen vor dem Start am 1. April besiegelten Stadt und Diakonisches Werk ihre Kooperation für das Familienzentrum Wartberg/Reinhardshof am Dienstag, 6. März 2018. Bürgermeister Wolfgang Stein und Geschäftsführer Wolfgang Pempe setzten ihre Unterschriften unter die schriftliche Vereinbarung. Mit dabei waren die künftige Leiterin des Familienzentrums, Claudia Reinhold, sowie Mitglieder der Arbeitsgruppe, die seit Juli letzten Jahres die Vorarbeit geleistet hat.

Von einem „tollen Anlass um sich zu treffen“ sprach der Bürgermeister. Er erinnerte an die Vorarbeiten, die im Beschluss des Gemeinderates am 5. Februar gipfelten und skizzierte die Ziele, die alle Beteiligten mit dem Familienzentrum erreichen wollen. Vor allem geht es darum, einen niederschwelligen Zugang zu Begegnungs-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten zu schaffen. „Hier kann man auch einfach einmal die Tür aufmachen und sagen ‚hallo, da bin ich‘“, so Stein.

Das Familienzentrum solle darüber hinaus zur Integration und Identifikation mit dem Stadtteil Wartberg/Reinhardshof beitragen „und die Menschen hier dafür begeistern, sich noch mehr zu engagieren“. Es biete einen Ort der Vernetzung und Begegnung der verschiedenen Akteure, Zielgruppen und Generationen, stelle Raum zur Verfügung für vorhandene Aktivitäten, aber auch neue, selbst organisierte, Angebote, biete in unterschiedlicher Form Bildungs-  und Qualifizierungsmöglichkeiten und unterstütze und qualifiziere Ehrenamtliche. Bürgermeister Stein dankte dem Diakonischen Werk für die Übernahme der Trägerschaft.

Dessen Geschäftsführer Wolfgang Pempe sah in dem einmütigen Gemeinderatsbeschluss „ein gutes Zeichen für ein gemeinsames Wollen“. Er war zuversichtlich, dass es gelingen werde, viele unterschiedliche Interessen, Ideen und Akteure unter einen Hut zu bringen. Es bedürfe der „Experimentierfreude, um zu sehen, was für die Menschen passt“.

Das Familienzentrum startet offiziell am 1. April, seine Arbeit wird es dann am Dienstag nach Ostern aufnehmen. Als Stützpunkt dient das Büro der Stadtteilkoordination am Frankenplatz, in dem auch die Unterzeichnung stattfand. Das Diakonische Werk als Träger erhält von der Stadt einen jährlichen Zuschuss. Sie stellt zudem Räume unentgeltlich zur Verfügung. Zentrales Familienzentrum soll in einer zweiten Stufe nach dessen Sanierung und Überplanung das Kirchenzentrum Wartberg werden.

Quelle: Pressestelle Stadt Wertheim